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A Leidenschaft…

von Reni

A Bitzln und Zittern, vo de Zeha bis zu de Hoar, wia unta Hochspannung, so kumm i mi vor, i steh vor da Tür, es is dunkel um mi rum, ja mein Gott, i woiß nemma, wann i drokumm!

A weng zaghaft fang i o, doch als i des spann, daß grod meine Worte ziagn die Leut in mein Bann, daß auf d`Händ schaugn, auf d`Haltung, mei Gsicht und di Augn, da fang i dann o, mir alls zuzumtraun.

Mei Herzal des bumbert heram bis am Krogn, wenn i iatz da nousgeh, wos mouß i bloß sogn? Ganz feicht san die Händ, und es waggln die Knia, i woiß net – aber irgendwie is a glei wieda schia.

Da bin i nemma i, sondern der, den i spü, denn die Leit sehgn mi so, die gebn mir dieses Gfüh. Wega uns sans heint kumma, unsa Stück wolln sie sehgn, und i konn dazu beitrogn und konn alles gebn.

Doch iatz brauch i a Textbouch, koi Wort fallt ma ei, mei Hirn, des is laar, diats doch grod wos nei! Schnell nomai lesn und a Schnapsla eigschenkt, glei is wieda bessa und iatz werd si ogstrengt.

I konn Kurzweil bereitn, Unterhaltung und Freid, konn alle mitfühln laoun, ob bei Frohsinn oder Leid, gib so manchen Gedanken mit hoim zum Sinniern, da Applaus is mei Lohn und des doud si rentiern.

A weng a Puda auf d`Nosn und a Spritza Haarspray auf d`Birn, mei Gwand is in Ordnung, iatz konn nix mehr passiern. Dann griag i a Zeichn, es gibt koi zurück, iatz muaß i da naus und wos spuin in dem Stück.

Denn die Mühen des Spielers macht des alls wieda wett, ma vagißt, wos gwen is, des Theata für Gfredt. Und wenn da Vorhang zougeht, allerspätestens dann, wenn d `Anspannung ofallt, na dämmerts oim irgendwann: Wos waar`s für uns Spieler ohne Publikum faad, wenn Stille im Saal waar und koina drunt hocka daad.

Zwoi Schritt und i bin draus und es geht wieda o, mei Herz des hantiert, hupft nauf und hupft ro. Auf oimal is staad und alle Leit schaugn auf mir, i denk mi, so red doch, die wartn auf dir.

Drum freit ma si über jedn, der kummt und zouschaugt, weil ma woiß, da drunt is wer, der gwiß an oin glaubt. Und solche Gedanken und Gfühla, die macha des gwiß,

daß des Theaterspün scho irgendwie a Leidnschaft is !